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Dichtheitsprüfung mit Wasser (DIN EN 1610, Verfahren W)
Normen im Tiefbau · Stand Juli 2026
Bei der Wasserprüfung nach DIN EN 1610 wird über 30 Minuten der Wasserverlust gemessen; als zulässig gelten je nach Prüfobjekt rund 0,15 l/m² (Rohr), 0,20 l/m² (Rohr mit Schacht) bzw. 0,40 l/m² (Schacht).
Die Wasserprüfung (Verfahren W) nach DIN EN 1610 misst, wie viel Wasser eine gefüllte, unter Druck stehende Leitung über eine feste Zeit verliert.
Ablauf in eigenen Worten
- Die Leitung wird gefüllt und der Prüfdruck über eine Standrohr-/Wassersäule eingestellt.
- Der Prüfdruck bemisst sich nach dem Wasserstand über dem Rohrscheitel: mindestens rund 10 kPa am höchsten Punkt, höchstens rund 50 kPa am tiefsten Punkt der Prüfstrecke.
- Bei zementgebundenen Werkstoffen wird üblicherweise eine Vorwässerungs-/Wartezeit (etwa eine Stunde) eingehalten, damit sich die Rohrwand sättigt.
- Über die Prüfzeit von 30 (±1) Minuten wird der Wasserstand durch Nachfüllen konstant gehalten; die nachgefüllte Menge ist der Wasserverlust.
Zulässiger Wasserverlust (je m² benetzter Innenfläche in 30 min)
- Rohrleitungen: rund 0,15 l/m²
- Rohrleitungen einschließlich Schächte: rund 0,20 l/m²
- Schächte allein: rund 0,40 l/m²
Praxis und Abrechnung
- Die Wasserprüfung ist aufwendiger als die Luftprüfung, gilt aber als eindeutig und ist bei Streitfällen maßgebend.
- Bezugsgröße für die Grenzwerte ist die benetzte innere Oberfläche, nicht die Rohrlänge.
- Prüfumfang und Vergütung (je Haltung/Schacht oder pauschal) regelt der Vertrag; Protokolle sind Teil der Abnahmeunterlagen.
Genaue Werte und Randbedingungen sind der geltenden Normfassung zu entnehmen; verbindlich ist der Vertrag.